Dr. Markus Groß
Carl-Langhans-Str. 8
40789 Monheim
Jetzt war er da, der große Tag 2016 für meine erste olympische Distanz. Schon seit Tagen stieg (zumindest für mich, da ich im Schwimmen noch nicht gut genug bin) die Spannung, ob es wegen des guten Wetters die letzten Tage zu einem Neo-Verbot kommen würde. Unterschiedliche Quellen über die Wassertemperatur im Fühlinger See und Gerüchte zu den Grenztemperaturen (21,9 oder 23,9 Grad) bis zu dem das Tragen des Kälteschutzanzuges erlaubt sein würde, machten die Runde. Aber es half ja nichts, eine finale Aussage dazu wird es nur in der Wettkampfbesprechung am Wettkampftag geben.
Der Samstag war als trocken, sonnig und nicht zu warm angekündigt. Zum Glück war es nachts auch stark abgekühlt, so dass die Hoffnung da war, dass wir mit Neo schwimmen dürfen. Da es angeblich schon einen Rückstau bei der Zufahrt zum Parkplatz geben sollte, habe ich mich dann auch deutlich zu früh auf den Weg gemacht, um hier keine Probleme zu bekommen. So konnte ich auch noch die Trainingskollegen, die die Smart Distanz auf dem Plan hatten beim Start anfeuern. Dort angekommen, war dann von einem Stau nichts zu merken und jede Menge Parkplätze waren noch frei. Gibt schlimmeres! Also Helm auf, Markierungsbändchen für die Wechselzone anziehen und ab zum Check-in, um das ganze Gepäck schon einmal loszuwerden. Da ich sehr früh da war, konnte ich mich auch – vielleicht ein wenig unfair – etwas breiter machen, was mir allerdings erst später aufgefallen war, nachdem noch weitere Athleten sich dort einrichteten. Aber solange keiner was sagt, habe ich es so gelassen. Dann hieß es sich etwas orientieren, wo geht es zur Radstrecke, wo geht es raus zum Laufen? So richtig offensichtlich war das nicht und ausgeschildert war auch nichts. Es gab unterschiedliche Theorien, aber da ich nicht der Erste sein würde, könnte ich mich an den anderen orientieren, die ja auch da lang müssen.
Nun wollte ich mit einigen Trainingskollegen die „Smarties“ anfeuern und bei deren Start zugucken. Allerdings war das durchkommen durch die abgesperrten Bereiche und bei den Menschenmengen gar nicht so einfach, so dass wir gerade noch den Countdown zum Schwimmstart gehört haben, als es schon losging. So lange war es dann auch nicht mehr für unseren Startblock um 12:30 Uhr für die olympische Distanz bei CologneOlympic drin. Noch schnell etwas Carboloading in Form eines Riegels tanken, noch etwas orientieren und dann der Wettkampfbesprechung lauschen, ob es irgendetwas besonders gibt und vor allem, ob ich mit Neo schwimmen darf. Es wurde zwar mit Lautsprecher alles lautstark verkündet, aber genau Letzteres habe ich dann tatsächlich überhört. Glücklicherweise haben andere besser aufgepasst und so habe ich noch rechtzeitig erfahren, dass ich mich in die Gummihaut zum Schwimmen quetschen durfte. Also langsam mal die letzten Details einrichten und den Neopren zur Hälfte anziehen, weil es sonst bis zum Schwimmstart in dem Teil doch etwas warm geworden wäre.
Schon ging es etwa 10 Minuten vor dem Wasserstart Richtung Schwimmeinstieg und etwas warmschwimmen mit Ziel der virtuellen Startlinie zwischen zwei Bojen. In weiser Voraussicht habe ich mich dann in der Menge von etwa 500 Triathleten auch bewusst hinten eingereiht, damit ich nicht gleich von Start weg „überschwommen“ werde und im Schlimmsten Fall noch einen Fuß ins Gesicht oder Rippe bekomme. „5...4...3...2...1“ und los geht’s, die Waschmaschine nimmt Fahrt auf. Ich bin erstaunlich gut in meinen Rhythmus gekommen und habe auch ziemlich schnell meinen ersten Wasserschatten gefunden. Orientierung war hier ja nicht so das Problem, da es auf der Regatterbahn immer nur geradeaus entlang der Bojenlinie geht. Also entspannter Dreierzug und kaum war der erste Wasserschatten weg, hatte ich schon einen neuen gefunden. Läuft also! Das Ende vor der Wende war mit einer großen weißen Boje markiert und man hätte eigentlich im 90 Grad Winkel zu einer parallelen Boje und dann wieder zurück schwimmen müssen. Allerdings ist mein Wasserschatten – so wie offenbar fast alle – schon schräg vor der ersten Begrenzungsboje abgebogen und Richtung „Wendeboje“ geschwommen. Dank Badekappe und Wasser im Ohr hört man ja kaum was, aber die Wettkampfrichter fanden das wohl nicht so lustig und haben wie verrückt auf der Trillerpfeife gepfiffen. Erfolglos. Weiter ging es und ich war genauso entspannt in meinem Rhythmus auf dem Weg zurück. Ich war echt erstaunt, dass ich faktisch die ganze Strecke durchgekrault bin, was im Training bisher nur begrenzt geklappt hatte. Es fühlte sich gut an. Und so langsam kam der Schwimmausstieg in Sichtweite. Helfer haben den teilweise wackeligen Athleten aus dem Wasser geholfen. Da ich mal auf meinen Trainer gehört hatte und die Kraul-Beinfrequenz zum Ende erhöht hatte, ging der Ausstieg und der Lauf zur Wechselzone bei mir relativ geschmeidig. Auch meine Badekappe/Brille habe ich diesmal nicht verloren.
Barfuß ab in die Radschuhe, Helm auf und Verschluss schließen und los geht’s auf die Radstrecke. Inzwischen war es schon deutlich sonniger geworden, so dass der Einteiler auch schnell getrocknet war. Die Radstrecke war eine Dreierrunde entlang eines abgesperrten Industriegebietes mit drei 180 Grad Wenden. Eigentlich ist die olympische Distanz auf 40 Kilometer Rad genormt, aber schon nach der ersten Runde war klar, dass dies hier etwas mehr sein würde. Zum Glück waren die Race Officials bezüglich der Windschattenbox hier sehr kulant, weil es teilweise gar nicht möglich war, nicht im Nicht-Windschatten zu fahren. Dazu waren einfach zu viele und eben auch tempomäßig ebenbürtige Fahrer unterwegs. Dennoch hat es bei offensichtlichen Verstößen doch auch Zeitstrafen gegeben. Ein Fahrer hatte auch einen heftigen Unfall, er ist, wie ich später erfahren habe, quasi mit voller Geschwindigkeit in eine Absperrbarke gefahren, weil er vermutlich nicht nach vorne geschaut hatte. Bei mir lief es zum Glück ziemlich rund und für mein Ego habe ich eine Reihe von semi-professionellen Zeitfahrrädern mit Scheibenreifen und Aerohelmen locker überholt. Der Motor sitzt eben doch oben drauf!
Auch wenn ich es noch nicht schaffe schon während der Fahrt aus den Schuhen auszusteigen und dann barfuß durch die Wechselzone zu laufen, ist der Abstieg diesmal ohne Komplikationen verlaufen. Ich bin deutlich vor der Linie vom Rad und so gab es auch kein Gemecker von den Wettkampfrichtern. Schnell das Rad zu meiner Wechselzone, Helm ab, Laufmütze und Schuhe an, noch schnell ein Gel eingeworfen und ab geht es auf die Laufstrecke. Glücklicherweise waren andere auch etwas orientierungslos, wo es denn zum Laufen geht und so konnte ich einfach dem „dort hinten geht’s raus“ folgen. Mittlerweise war es weiter deutlich wärmer geworden und das die ersten Meter Laufen vielen etwas schwer, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Auch hier hatte ich im doppelten Sinne einen guten Lauf und ich wurde quasi nicht überholt und konnte selber den ein oder anderen kassieren. Kurz vor Ende der Laufstrecke wurde es noch einmal hart, da man bei der olympischen Distanz quasi an der Ziellinie vorbei eine Schleife laufen musste, um auf die 10km zu kommen. Aber es half ja nichts. Etwas ungeschickt war es auch, dass man die Schleife ausgerechnet auf einem Stück mit einigen Steigungen laufen musste. Hier hätte man sicher auch den flachen Weg am Fühlinger See wählen können, aber da mussten ja alle durch. Umso mehr wurde man dann beim Zieleinlauf mit großem Jubel des Publikums entschädigt. Ich bin hier kurz vor der Ziellinie noch einmal kurz umgekehrt, um Hand in Hand mit meiner kleinen Nichte ins Ziel zu laufen. Das Zielfoto war die verlorene Minute/Sekunden wert! Gesamtplatz 207 und Platz 33 der Altersklasse in 2:41:06 Stunden. Für die erste olympische Distanz bin ich mehr als zufrieden.
1,5km Schwimmen (0:31:52), Wechselzone1 (02:58), 45km Rad (1:16:20), Wechselzone2 (01:13), 10km Laufen (0:48:41), Gesamt 02:41:06
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Dr. Markus Groß
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Kommentare 100
Beim Nachdenken über „das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt“ fällt mir noch etwas auf. Aus der Entfernung klingt manches leichter als vor Ort. Im Alltag geht es bei der Frage für mich um das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt. Ein kontrollierter Beginn bewahrt Reserven für den Schlussteil. Bei einem Neustart würde ich heute bewusst weniger auf einmal ändern. Eine Rückfrage: War das Pacing oder die Ernährung schwieriger?
Da geht es mir ähnlich. Auf die Frage gibt es nach meiner Erfahrung keine Antwort, die bei allen passt. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit.
Die Perspektive fehlte mir bisher: wie sehr „die Wechselzone“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß.
Schön, dass du das ansprichst. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Die Details der Umsetzung sind oft spannender als die Überschrift, mit der ein Tipp verkauft wird. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Ist dir dabei ein typischer Fehler aufgefallen?
In meinem Alltag in Koblenz sehe ich den Punkt etwas anders. Genau an dieser Stelle würde ich nachfragen, wie die Woche drumherum aussah. Das Beispiel „das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt“ hat meinen Blick darauf verändert. Ein kontrollierter Beginn bewahrt Reserven für den Schlussteil. Die einfachen Routinen halten bei mir länger als sehr detaillierte Vorgaben. Das sieht auf dem Papier meist eindeutiger aus, als es sich im Alltag anfühlt. Im Verein habe ich dazu schon sehr unterschiedliche Herangehensweisen gesehen. Ich würde eher langsam herantasten, statt nach dem ersten guten Tag gleich nachzulegen.
Der Punkt mit dem Alltag ist wirklich entscheidend. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Ich habe mit der Zeit gelernt, kleine Warnsignale früher wahrzunehmen, statt sie wegzudrücken. Die Details der Umsetzung sind oft spannender als die Überschrift, mit der ein Tipp verkauft wird. Gibt es für dich eine Grenze, ab der der Aufwand nicht mehr lohnt?
Einverstanden, allerdings nur mit einer Einschränkung. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Die Lösung, die ich zuerst am überzeugendsten fand, passte im Alltag erstaunlich schlecht. Es gibt durchaus Tage, an denen ein einfaches Vorgehen mehr bringt als eine weitere Optimierung. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung.
Die Perspektive fehlte mir bisher: wie sehr „die Wettkampfnervosität“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest?
Das geht mir genauso.
Das wäre mir als pauschale Empfehlung zu weitgehend. Wer das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt kennt, sieht vermutlich auch die Grenzen der einfachen Antwort. Ein kontrollierter Beginn bewahrt Reserven für den Schlussteil. Im Rückblick war nicht der einzelne harte Tag entscheidend, sondern die Folge von vielen normalen Tagen. Mich interessieren genau solche unspektakulären Erfahrungen, weil sie wiederholbar sind. Für eine vollständige Empfehlung fehlen mir ein paar Informationen zur Ausgangslage. Mir hilft es, das Ergebnis aufzuschreiben und ein paar Tage später noch einmal anzuschauen. Das sieht auf dem Papier meist eindeutiger aus, als es sich im Alltag anfühlt. Solange das auch mit einem unruhigen Familienkalender funktioniert, bin ich dabei. Was mich überzeugt, ist weniger die reine Theorie als der Versuch über mehrere normale Wochen. Im Verein habe ich dazu schon sehr unterschiedliche Herangehensweisen gesehen.
Bei diesem Thema ist die persönliche Ausgangslage aus meiner Sicht wichtiger als das schönste Schlagwort. Bei zwei Menschen kann dieselbe Änderung ganz verschiedene Folgen haben.So hatte ich das noch nicht betrachtet. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung.
Interessanter Gedanke. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten.
Ein Punkt, den ich lange unterschätzt habe: wie sehr „die Verpflegung unterwegs“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe. Ich habe mit der Zeit gelernt, kleine Warnsignale früher wahrzunehmen, statt sie wegzudrücken. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß.
Beim Nachdenken über „das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt“ fällt mir noch etwas auf. Mir hilft es, dabei nicht alles gleichzeitig optimieren zu wollen. Man merkt bei dem Beispiel „das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt“ ziemlich schnell, wo Theorie und Alltag auseinandergehen. Ein kontrollierter Beginn bewahrt Reserven für den Schlussteil. Eine einzelne gute Woche kann täuschen, deshalb schaue ich lieber auf mehrere Wochen.
Ein Punkt, den ich lange unterschätzt habe: warum ich beim Thema „die Wettkampfnervosität“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz.
Das hat bei mir einen Nerv getroffen: wie sehr „die Wechselzone“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Ist dir dabei ein typischer Fehler aufgefallen?
Dafür gibt es meiner Meinung nach keine Universallösung. Auf die Frage gibt es nach meiner Erfahrung keine Antwort, die bei allen passt. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Ganz ohne Struktur würde ich es trotzdem nicht angehen, sonst verschiebt sich das Thema immer auf morgen. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten. Gab es einen Punkt, an dem du deine Einschätzung korrigieren musstest?
Ich komme eher aus einer anderen sportlichen Ecke: wie unterschiedlich Erfahrungen rund um „die Verpflegung unterwegs“ ausfallen. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz. Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont. Ich habe mit der Zeit gelernt, kleine Warnsignale früher wahrzunehmen, statt sie wegzudrücken. Was hat bei dir am meisten verändert? Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe.
Bei mir hat sich das nach einiger Zeit verändert. Die Rückfrage ist berechtigt; ich würde dabei vor allem die Umsetzbarkeit im Alltag beachten. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest?
Beim Nachdenken über „das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt“ fällt mir noch etwas auf. Ich sehe das etwas nüchterner. Bei diesem Thema denke ich besonders an das Tempo auf dem letzten Laufabschnitt. Ein kontrollierter Beginn bewahrt Reserven für den Schlussteil. Eine Pause fühlt sich nicht immer produktiv an, kann aber die vernünftigere Entscheidung sein.