Dr. Markus Groß
Carl-Langhans-Str. 8
40789 Monheim
Was ist überhaupt ein 70.3. Ironman, wurde ich gefragt? Für die Meisten – so auch bei mir bis vor etwa zwei Jahren – ist der Begriff Ironman synonym für den Sport Triathlon. Dem ist allerdings nicht so. Sicherlich ist der Ironman auf Hawaii der Grundstein des Triathlon Sports, allerdings ist heute Ironman primär ein Markenbegriff für eine Triathlonserie. Grundsätzlich unterscheidet man beim Triathlon zwischen der Sprint-, Kurz- (olympischen), Mittel-/Halb- und der Langdistanz. Das was alle unter Ironman verstehen ist zumeist die Langdistanz über 3,8 km Schwimmen, 180,1 km Radfahren und 41,195 km Laufen; Zusammen also eine Strecke von rund 226 km. Die Mittel- oder auch Halbdistanz ist folgelogisch die Hälfte davon, also 1,9 km Schwimmen, rund 90 km Rad und etwa 20 km Laufen. Und wo kommt jetzt die 70.3 her? Das liegt daran, dass beim Ironman die Distanz primär in Meilen angegeben wird und rund 113 km rechnerisch 70.3 Meilen sind.
OK, also hatte ich mir für 2017 auf die Fahne geschrieben eine Halbdistanz zu absolvieren, nachdem ich 2016 mit einer olympischen Distanz abgeschlossen hatte. Also zunächst einmal auf die Suche gehen, für welchen Wettkampf ich mich hier anmelden soll. Mitteldistanzen gibt es ja eine ganze Menge, aber irgendwie hat es mich schon gereizt „etwas“ mit Ironman zu machen. Die meisten werden mit dem 70.3 nichts anzufangen wissen und dann bleibt nur im Kopf „boah, der hat nen Ironman gemacht“. Da ich für den ersten Start auch den logistischen Aufwand reduzieren wollte, sollte es schon eine Veranstaltung in Deutschland oder notfalls an den angrenzenden Ländern sein. Damit war die Auswahl schon mal deutlich überschaubarer. Beinahe wäre ich ja in Mallorca als 17ten Bundesland gelandet, aber die Veranstaltung im Mai war mir von der Vorbereitungszeit im kalten Deutschland zu früh. Also ist meine Wahl auf den 70.3 Ironman im September in Rügen gefallen. Etwas Bauchschmerzen hatte ich ja schon wegen dem Schwimmen im Meer mit Salzwasser und Wellen, aber wer nix wagt...
Nun stellt sich also die Frage nach der richtigen Vorbereitung. Bisher habe ich quasi nur nach eigenem Gusto trainiert. Klar hat man sich auch hier immer etwas gesteigert und die Strecke oder Geschwindigkeit leicht erhöht, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich damit doch stagniere und auch der Spaß – gerade bei der erhöhten Intensität – mittelfristig auf der Strecke blieb. Somit hatte ich früh die Überzeugung erreicht, dass vermutlich ein professioneller Trainingsplan her muss, um wirkliche Fortschritte zu machen und sich zu motivieren die langen Einheiten auch durchzuziehen. Auch hier hatte ich recht schnell die Überzeugung, dass ich mit fertigen Trainingsplänen, die man in Zeitschriften, Fachbüchern oder natürlich im Internet findet, nicht wirklich glücklich werden würde. Diese sind sicherlich (wissenschaftlich) sehr gut aufgebaut und können eine gute Orientierung liefern, allerdings passen diese irgendwie alle nicht wirklich zu mir. Ich bin kein Profi und mache das ganz mehr zu Spaß, aber dennoch sollte ein solcher Plan ja zu meiner Person und Lebensplanung passen. Ein fertiger Trainingsplan kann daher kaum meinen aktuellen Fitnesszustand berücksichtigen, Rücksicht auf evtl. Urlaub, Krankheit oder Dienstreisen nehmen und passt sich auch nicht an, wenn man feststellt, dass man nicht den Trainingsfortschritt macht, den der Plan eigentlich erwartet. Nebenbei wollte ich gerne die von meinem Verein angebotenen Trainingseinheiten (Athletik- und Lauftraining und ggf. Koppeltraining) nutzen und diese fixen Zeiten sind natürlich auch nicht in einem standardisierten Trainingsplan berücksichtigt. Daher würde ich wohl nicht Drumherum kommen, mir so etwas individuell von einem Trainer/Coach erstellen zu lassen.
Hier hatte ich dank Internet und einem ersten Gespräch auch recht schnell den potentiellen Coach gefunden. Die Chemie schien zu stimmen und auch das Vorgehen war mir direkt sympathisch. So soll ich den Trainingsplan nicht klassisch wöchentlich/monatlich als Excel oder PDF erhalten, sondern als gemeinsamen iCloud Kalender. So hatte ich immer alles dabei und konnte auch meine planbaren Abwesenheiten etc. direkt für den Coach „online“ eintragen. Daneben sollte er einen Zugang zu meinen Trainingsdaten von Garmin Connect erhalten und konnte die Intensität etc. über alle erfassten Daten meiner Sportuhr fenix 3 problemlos anpassen. Zusätzlich sollte es auch noch eine Ernährungsberatung und motivierende Coachings geben, wenn der innere Schweinehund dann doch mal gewinnt. Als Bonus – falls das notwendig sein sollte – könnten auch noch 1:1 Trainingseinheiten eingebaut werden, wobei ich aktuell denke, dass ich diese nicht benötige. Mal sehen, ob ich mich zu einem „ja wir machen das“ durchringen kann.
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Dr. Markus Groß
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Kommentare 88
Kurze Gegenfrage in die Runde: dass Fragen zu „das Pacing über mehrere Disziplinen“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest?
Über genau diesen Punkt haben wir neulich diskutiert: wie sehr „die Wettkampfnervosität“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Ist dir dabei ein typischer Fehler aufgefallen?
Mir fehlt bei der Betrachtung noch ein kleiner Baustein. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Für mich ist die Kombination aus persönlichem Eindruck und einem realistischen Plan am wichtigsten.
Ich finde gut, dass hier auch die weniger glatten Seiten vorkommen: wie sehr „die Wechselzone“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren.
Schön, dass du das ansprichst. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Ich glaube, der Kontext wird schnell unterschätzt: Wetter, Erholung und Tagesform ändern sehr viel. Für mich ist die Kombination aus persönlichem Eindruck und einem realistischen Plan am wichtigsten. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Ich musste erst lernen, die Form an einem einzelnen Tag nicht mit der langfristigen Entwicklung zu verwechseln. Ist dir dabei ein typischer Fehler aufgefallen? Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?
Ich würde gern eine Nuance ergänzen: dass Fragen zu „die Wettkampfnervosität“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe.
Mir hilft es, das in zwei Teile zu zerlegen: warum ich beim Thema „den Unterschied zwischen Trainingsgefühl und Renntag“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Bei mir hat es erst funktioniert, nachdem ich den Anspruch an das perfekte Ergebnis heruntergeschraubt hatte.
Bei der Schlussfolgerung bin ich noch nicht ganz bei dir. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Gibt es für dich eine Grenze, ab der der Aufwand nicht mehr lohnt? Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens.
Das hat bei mir einen Nerv getroffen: ob man „den Unterschied zwischen Trainingsgefühl und Renntag“ wirklich so einfach beurteilen kann. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Ich glaube, der Kontext wird schnell unterschätzt: Wetter, Erholung und Tagesform ändern sehr viel. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?
Einverstanden, allerdings nur mit einer Einschränkung. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit.
Ich würde hier gern nachhaken. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Trotzdem kann eine individuelle Lösung richtig sein, auch wenn sie für die Mehrheit nicht passt. Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz.
Ein Gedanke aus dem eigenen Alltag: wie unterschiedlich Erfahrungen rund um „die Planung im Vorfeld“ ausfallen. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. Der Austausch mit anderen hat mir geholfen, meine eigene Sicht etwas weniger absolut zu nehmen.
Wie setzt du das praktisch um, ohne alles durchzuplanen? Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Die Lösung, die ich zuerst am überzeugendsten fand, passte im Alltag erstaunlich schlecht. Was hat bei dir am meisten verändert? Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz.Mir fehlt bei der Betrachtung noch ein kleiner Baustein. Die Rückfrage ist berechtigt; ich würde dabei vor allem die Umsetzbarkeit im Alltag beachten. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Es ist überraschend, wie viel ein freundliches Wort an der Strecke bewirken kann. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. Was hat bei dir am meisten verändert?
Wenn ich in Münster über „ein langer Koppeltag vor dem Rennen“ nachdenke, fällt mir ein Detail auf. Das ist einer der Punkte, bei denen mir einfache Lösungen lieber sind. Wer ein langer Koppeltag vor dem Rennen kennt, sieht vermutlich auch die Grenzen der einfachen Antwort. Umfang braucht Regeneration und einen ehrlichen Blick auf das Privatleben.
Ich sehe es ein bisschen anders. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Ein kontrollierter Beginn zahlt sich gerade bei langen Rennen häufig aus. Bei meiner letzten Veranstaltung war die mentale Ruhe fast wichtiger als die letzte Trainingseinheit.
Das ist ein guter Einwand. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Wichtig wäre mir, zwischen einem Gefühl im Moment und einem längerfristigen Muster zu unterscheiden. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.
Bei uns in der Trainingsgruppe ist das ein Dauerthema: wie sehr „die Planung im Vorfeld“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung. In der Wechselzone vergisst man erstaunlich schnell Dinge, die zuhause selbstverständlich waren. Wie groß ist aus deiner Sicht der Unterschied zwischen Theorie und Umsetzung?
Interessant, dass du genau diesen Aspekt aufgreifst. Man merkt bei dem Beispiel „ein langer Koppeltag vor dem Rennen“ ziemlich schnell, wo Theorie und Alltag auseinandergehen. Umfang braucht Regeneration und einen ehrlichen Blick auf das Privatleben. Ich habe das früher zu sehr nach dem Gefühl unmittelbar nach einer Einheit beurteilt.
Ich bin da etwas pragmatischer unterwegs: dass Fragen zu „die Planung im Vorfeld“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Vor meinem ersten Start hatte ich mehr Fragen zur Organisation als zur eigentlichen Leistung. Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont. Die Details der Umsetzung sind oft spannender als die Überschrift, mit der ein Tipp verkauft wird. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann.
Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten. Wie viel Spielraum lässt du dir dabei bewusst? In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum.Beim Nachdenken über „ein langer Koppeltag vor dem Rennen“ fällt mir noch etwas auf. Das ist ein fairer Gegenpunkt. Mir würde vor allem interessieren, was langfristig funktioniert. Wer ein langer Koppeltag vor dem Rennen kennt, sieht vermutlich auch die Grenzen der einfachen Antwort. Umfang braucht Regeneration und einen ehrlichen Blick auf das Privatleben. Die einfachen Routinen halten bei mir länger als sehr detaillierte Vorgaben.