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Ironman Kraichgau

Ironman Kraichgau

Nun also mein zweiter Ironman 70.3 für die Mitteldistanz im Triathlon. 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad und 21,195 km Laufen im und um Kraichgau. Die Anfahrt war etwas kürzer als letztes Mal in Rügen, dafür hatte ich wohl etwas mehr Pech mit der Auswahl des Hotels. Da Hotels und erst Recht Preiswertere (wobei natürlich eh schon immer Messepreise gelten) sehr schnell belegt sind, habe ich mich beim Kauf des Startplatzes gar nicht lange mit der Buchung eines Hotels aufgehalten, sondern gleich eines der Partnerhotels des Anbieters gewählt. Ich wähnte mich sicher, dass diese auch einigermaßen nah am Startschuss lagen, zumal in der Beschreibung „liegt optimal an der Radstrecke“ stand. Nun ist die Radstrecke 90 km lang und somit gibt es natürlich entsprechend viele Möglichkeiten für ein „nah an der Radstrecke“. Im Ergebnis war es sicher ein nettes Hotel, allerdings doch etwas weiter weg, als ich es mir gedacht hatte. Aber „auf Bretten kann man nicht meckern“ und neben mir ist es auch jede Menge weitere Athleten so gegangen, wie ich später beim Frühstück erfahren hatte.

Um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen, war auch die optimale Strecke zu den Wechselzonen (ja in Kraichgau gibt es zwei Wechselzonen) auch noch von einigen Baustellen und Streckensperrungen gesäumt, was es zumindest zeitlich nicht einfacher machte. Da man die Strecke auch noch mehrfach fahren musste, waren das schon einige Kilometer. Also Fahrt 1 erstmal die Startunterlagen abholen. Das Prozedere kannte ich ja schon von Rügen. Nachdem man alles beisammen hatte, war noch etwas Zeit für die Wettkampfmesse und eine Tour zur Wechselzone 2, damit man die Strecke und potentielle Parkplätze auch schon einmal gesehen hatte. Danach ab ins Hotel und die obligatorische Kleberei von Startnummern und das Vorbereiten der Transition-Bags.

Am nächsten Tag ging es dann zum Rad Check In, sowie die Abgabe der Startnummernbeutel. Hier gab es die Besonderheit, dass man am nächsten Tag nur noch an einen der Beutel (für den Wechsel vom Wasser aufs Rad) kommen würde, da der andere Beutel direkt zur zweiten Wechselzone, die deutlich entfernt ist, transportiert wird. Also durfte hier nichts schief gehen, da man zumindest in den zweiten Beutel nichts mehr Relevantes am Wettkampftag packen konnte. Eigentlich hatte ich mir ja überlegt noch einmal mit Neo probeschwimmen zu gehen, da ich dieses Jahr zum Freiwasserschwimmen kaum gekommen war, aber irgendwie gab es keinen einfach Zugang zum See und das Ganze wäre nur mit Eintritt und zu speziellen Zeiten möglich gewesen, so dass ich darauf verzichtet habe.

Dann hieß es am nächsten Tag auch früh aufbrechen bzw. frühstücken, damit ich wegen der längeren Anfahrtstrecke zeitig am Start bin. Da es schon recht knapp war und meine Trainingskollegen schon ungeduldig auf mich warteten, musste dann alles recht schnell gehen. Luft in die Reifen, die Getränke ans Rad und dann auch schon mit Neo Richtung Startbereich. Kurz in den Neo gequetscht und diesmal habe ich aus den Fehlern beim IM Rügen gelernt und habe mich in eine – eigentlich für mich zu schnelle – Startgruppe für bis 35 Minuten einsortiert. Im Ergebnis war ich dadurch deutlich früher im Wasser und mit etwa 40-41 Minuten laut meiner Garmin, habe ich das Startfeld nicht allzu sehr gerissen.

Es hatte sich schon abgezeichnet, dass es der erste warme Tag in Deutschland dieses Jahr werden sollte (wobei es am Tag zuvor noch leicht regnerisch und kühl war), aber warm war gar kein Ausdruck. Beim Wechsel aufs Rad wurde es so langsam richtig heiß. Zu allem Überfluss hatte ich die unruhige Radstrecke mit permanenten Hügeln, Steigungen und Abfahrten völlig unterschätzt. Es gab kaum konstante Strecken und so etwas hatte ich zuvor nicht geübt. Zusammen mit der Hitze hat mir dies echt zu schaffen gemacht. Ausgerechnet den ersten Verpflegungs-„Stopp“ habe ich dann auch noch völlig verpatzt. Ich wollte mir eigentlich zunächst Wasser holen, um damit mein Trinksystem aufzufüllen, aber mit ist die Flasche beim Aufnehmen direkt aus der Hand gefallen. Danach kam das Iso-Getränk, aber auch das habe ich nicht zu fassen bekommen. Blieb also nur noch die Colamischung, die so überhaupt nicht passend war. Da dann auch das Ende der Littering-Zone recht schnell kam und ich keinen Platz mehr im Flaschenhalter hatte, um diese mitzunehmen, musste ich nach ein paar Schlucken die Flasche schon wegwerfen. Alles in Allem ging dies dann ziemlich auf die Substanz. Was ich noch nie gemacht hatte, aber bei km 70 ungefähr, bin ich dann einmal mit dem Getränk der Verpflegungsstation links rangefahren und habe eine kurze Pause gemacht. Ich muss keinen guten Eindruck gemacht haben, denn die Helfer an der Verpflegungsstation hatten sich erkundigt, ob sie die Sanis rufen sollten, was ich abgelehnt habe. Auch einen großen Dank an einige Mitathleten, die extra langsam an mir vorbeigefahren sind und gefragt haben, ob ich Hilfe brauche. Da ich dann das Gefühl hatte, dass irgendjemand wirklich die Sanis rufen wollte, bin ich dann doch einfach weitergefahren, denn mit der Annahme von Hilfe wäre man vermutlich offiziell aus dem Rennen gewesen. Auch wenn es hart war, habe ich mich zur Wechselzone 2 gekämpft. Hier hat man sich dann ziemlich wie ein Profi gefühlt, da einem das Rad von Helfern abgenommen und geparkt wurde. Sonst muss man dies in den Wechselzonen eigentlich immer selber machen. Ein „Vorteil“ des späten Ankommens war, dass die Wechselbeutel deutlich übersichtlicher waren und ich meinen schnell gefunden habe. Dann erst einmal kurz ins Wechselzelt setzen und etwas durchatmen.

Laufschuhe an, Startnummernband umdrehen, Sonnenbrille auf, kurz Sonnenspray und auf geht’s auf die Laufstrecke, die man mehrfach umrunden musste. Es war ganz schön hart und zum Glück standen am Rand einige aus meinem Verein, um mich anzufeuern. Auch um mir hier keine Blöße zu geben, hat man immer bevor man diese passiert hat, noch einmal Gas gegeben. Die Hitze hatten wohl einige unterschätzt. Am Streckenrand habe ich zahlreiche Läufer auf dem Rücken liegen gesehen, die sich vermutlich übernommen oder mit der Wasserverpflegung falsch organisiert hatten. Mit einer so nicht geplanten Zeit bin ich dann nach der vierten Runde glücklich ins Ziel gelaufen und bin mit der Finisher Medaille geehrt worden. Wunschzeit nicht erreicht, also musste es nächstes Jahr besser werden!


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