MY TRILIFE

BIKE.

Zwei Räder. Neue Wege. Jede Menge Geschichten.

Schriftgröße
TRIATHLON LIFE / bike

Das richtige Fahrrad finden

Das richtige Fahrrad finden Das richtige Fahrrad finden

Das Fahrrad ist das einzige Sportgerät, dass der Triathlet - mal abgesehen vom Neo - beim Wettkampf verwenden darf. Daher sollte es hier wohl etwas „besonderes“ sein, das möglichst optimal beim Sport unterstützt. Aber wie komme ich nun zu einem für mich optimalen Fahrrad?

Da ich relativ wenig Ahnung von den technischen Voraussetzungen in dem Bereich Rennrad/Triathlonrad hatte, wollte ich mich hier von Experten beraten lassen. Was liegt also näher, als den oft zitierten Fach-Einzelhandel aufzusuchen? Leider wurde ich hier mehrfach stark enttäuscht. So bin ich unmittelbar nach der Idee zu zwei mittelgroßen Fahrradhändlern in der Nähe gefahren und hoffte hier auf fachmännische und auf meine Bedürfnisse fokussierte Beratung. Gerade kleinere Läden, die nicht permanent Kundschaft haben und teure Räder verkaufen, sollten doch die Zeit haben einen umfassend zu beraten. Leider scheint man hier in erster Linie daran interessiert, die Räder, die vermutlich schon länger rumstanden und langsam mal „raus müssen“ an den vermeintlichen Leien zu bringen. So wurden mir nach der Angabe des geplanten Budgets zwar verschiedene Räder gezeigt, allerdings wurde sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, mich zumindest ansatzweise zu vermessen, um die richtige Rahmenhöhe zu wählen. Ich sollte mich einfach mal draufsetzen und wenn ich an die Pedale komme, würde es schon passen. Nun bin ich kein Jan Ulrich und brauche kein 100 % auf mich abgestimmtes und vermutlich individuell gebautes Fahrrad, aber etwas Anpassung im Rahmen der Möglichkeiten sollte doch schon sein. So gewinnt man mich sicher nicht als Kunden.

Daher habe ich dann mal einen etwas größeren Händler „Bike Discount Megastore“ aufgesucht, der auf über 24.000 qm Gesamtfläche alles rund ums Radfahren bietet. Hier sollte man mir doch vernünftig und umfassend helfen können. Aber auch hier weit gefehlt. Zunächst einmal musste ich eine gefühlte Ewigkeit am Infoschalter der Radberatung warten, bis dann endlich einmal ein Berater auf mich zukam. Entweder habe ich hier einen Azubi oder einen frisch angelernten Mitarbeiter erwischt. Doch die Beratung war trotz größerer Verkaufsfläche und optisch mehr Auswahl eher noch begrenzter als bei den kleinen Händlern die ich schon kannte. Nachdem ich kurz mein Anliegen, ein Rad fürs Renntraining und Triathlon und mein potentielles Budget genannt hatte, wurde ich zu einem Rad der Hausmarke geführt. Das wäre das Rad für meine Bedürfnisse. Für eine Probefahrt könnte man mir gerne Pedale montieren (was für ein Service). Auf meine Frage, woran ich die für meine Körpergröße optimale Rahmenhöhe bzw. Geometrie erkennen würde, wurde nur etwas Nichtssagendes gemurmelt. Aus etwas Distanz wurde das Verkaufsgespräch von einem vermeintlichen Vorgesetzten beobachtet. Aber statt bei der Beratung zu helfen, hatte dieser nur Sorge um das Material, denn als der Mitarbeiter die Testpedale mit dem Fünfkant montieren wollte und dabei etwas abrutschte, kam er schnell herbeigesprintet und erklärte seinem Kollegen, mit welcher Methode man die Pedale montieren könnte, ohne den Rahmen zu zerkratzen. Das Ganze wirkte mehr als peinlich und unprofessionell. Nach der Lehrstunde war der Vorgesetzte auch ganz schnell wieder verschwunden. Nach meiner Probefahrt habe ich es ihm gleich getan und auch dort kein Rad gekauft. Das alles kann ich im Internet günstiger und mit ähnlicher Beratungsqualität haben!

Also habe ich - wie auch schon ursprünglich vermutet - eine weitere Strecke auf mich genommen und bin zu Rose Bike in Bocholt gefahren. Hier gibt es anscheinend noch wirkliche Beratung von Leuten die Ihr Fach verstehen. Zunächst gibt es hier quasi gar keine Fahrräder von der Stange, die man einfach so mitnehmen könnte. Es gibt zwar vorkonfigurierte Modelle, die aber immer jeweils individuell zusammengebaut werden. Daher kann auch wirklich jedes Teil auf die persönlichen Wünsche hin angepasst werden. Als erstes hat mir der Berater von meiner Idee, einem reinen Triathlon Zeitfahrrad, abgeraten, auch wenn er damit vermutlich mehr Umsatz gemacht hätte. Da ich ja schon ein relativ gutes und leichtes Mountainbike hatte, dachte ich, ein spezielles Rad nur für den Triathlon wäre die richtige Idee. Allerdings ist eine dauerhafte Aerositzposition - gerade am Anfang - kaum optimal für das Training und eher etwas für die Fortgeschrittenen Triathleten im Wettkampf. Als guten Kompromiss hat mir dann der Verkäufer ein aerodynamisches Rennrad mit Lenkerauflagen empfohlen. Ich wurde mittels 3D-Laser-irgendwas vermessen und die Rahmenhöhe und Einstellung des Vorbaus wurde über Spacer an meine Körperabmessungen angepasst. Nach einer Probefahrt auf einem typgleichen Modell und der Auswahl der Wunschfarbe sowie weiterer Optionen (z.B. spezifische Zahnräder bei der Gangschaltung), wurde der Kaufvertrag unterschrieben.

Jetzt musste ich nur noch zwei Monate warten, bis die ersehnte E-Mail kam, dass mein Rad fertig zusammengebaut und abholbereit ist.

DEIN FEEDBACK
Wie fandest du den Beitrag?

Deine Bewertung – kurz und unkompliziert.

Geschichte teilen

Schick die Geschichte jemandem, den sie interessieren könnte.

Weitere Optionen
E-Mail senden
Was löst die Geschichte bei dir aus?

Wähle eine Stimmung – die Reaktionen werden wie bisher gezählt.

×
Blog-Beitrag abonnieren

Wenn Sie den Blog-Beitrag abonnieren, senden wir Ihnen eine E-Mail, sobald es Updates auf dieser Website gibt.

Die andere Seite der Macht
Richtig Schwimmen lernen
 

Kommentare 24

Leonie O. am Sonntag, 05. Juli 2015 21:26

Ich finde gut, dass hier auch die weniger glatten Seiten vorkommen: dass Fragen zu „die Sitzposition“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.

Ich finde gut, dass hier auch die weniger glatten Seiten vorkommen: dass Fragen zu „die Sitzposition“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.
Stefan Brandt am Samstag, 01. August 2015 19:17

Ich würde gern eine Nuance ergänzen: ob man „die Abstimmung von Rad und Körper“ wirklich so einfach beurteilen kann. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Wichtig wäre mir, zwischen einem Gefühl im Moment und einem längerfristigen Muster zu unterscheiden. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Würdest du das Einsteigern genauso empfehlen?

Ich würde gern eine Nuance ergänzen: ob man „die Abstimmung von Rad und Körper“ wirklich so einfach beurteilen kann. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Wichtig wäre mir, zwischen einem Gefühl im Moment und einem längerfristigen Muster zu unterscheiden. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Würdest du das Einsteigern genauso empfehlen?
Trimarkus am Samstag, 01. August 2015 23:07

Den Einwand nehme ich gern auf. Beim Lesen dachte ich sofort an Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ich habe das früher zu sehr nach dem Gefühl unmittelbar nach einer Einheit beurteilt. Ich würde eher langsam herantasten, statt nach dem ersten guten Tag gleich nachzulegen. Im Verein habe ich dazu schon sehr unterschiedliche Herangehensweisen gesehen. Eine lange Pause und ein übervoller Kalender erfordern eben unterschiedliche Lösungen.

Den Einwand nehme ich gern auf. Beim Lesen dachte ich sofort an Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ich habe das früher zu sehr nach dem Gefühl unmittelbar nach einer Einheit beurteilt. Ich würde eher langsam herantasten, statt nach dem ersten guten Tag gleich nachzulegen. Im Verein habe ich dazu schon sehr unterschiedliche Herangehensweisen gesehen. Eine lange Pause und ein übervoller Kalender erfordern eben unterschiedliche Lösungen.
Johannes Stein am Donnerstag, 17. Dezember 2015 17:04

Ich glaube, wir unterschätzen bei solchen Themen: ob man „das Tempo auf langen Strecken“ wirklich so einfach beurteilen kann. Nach mehreren Stunden zeigt sich schnell, ob ein Setup wirklich passt. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Trotzdem kann eine individuelle Lösung richtig sein, auch wenn sie für die Mehrheit nicht passt. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?

Ich glaube, wir unterschätzen bei solchen Themen: ob man „das Tempo auf langen Strecken“ wirklich so einfach beurteilen kann. Nach mehreren Stunden zeigt sich schnell, ob ein Setup wirklich passt. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Trotzdem kann eine individuelle Lösung richtig sein, auch wenn sie für die Mehrheit nicht passt. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?
Sophie Lang am Donnerstag, 16. Juli 2015 17:51

Ein bisschen widersprechen würde ich bei folgendem Punkt: wie unterschiedlich Erfahrungen rund um „die Ruhe im Oberkörper“ ausfallen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen.

Ein bisschen widersprechen würde ich bei folgendem Punkt: wie unterschiedlich Erfahrungen rund um „die Ruhe im Oberkörper“ ausfallen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen.
Laura Vogel am Donnerstag, 16. Juli 2015 21:33

Schön, dass du das ansprichst. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten.

Schön, dass du das ansprichst. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten.
Stefan Bauer am Sonntag, 19. Juli 2015 19:17

Das kann ich gut nachvollziehen. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.

Das kann ich gut nachvollziehen. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.
Andreas Berger am Montag, 20. Juli 2015 09:28

Das beschreibt den Konflikt ziemlich gut. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit.

Das beschreibt den Konflikt ziemlich gut. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit.
Anna Kramer am Samstag, 26. Dezember 2015 12:29

Die Perspektive fehlte mir bisher: dass Fragen zu „die Ruhe im Oberkörper“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Welche Rolle spielt für dich dabei das Körpergefühl?

Die Perspektive fehlte mir bisher: dass Fragen zu „die Ruhe im Oberkörper“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Welche Rolle spielt für dich dabei das Körpergefühl?
S. Schäfer am Samstag, 26. Dezember 2015 16:54

Danke, das ist eine hilfreiche Ergänzung. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.

Danke, das ist eine hilfreiche Ergänzung. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe.
Trimarkus am Samstag, 26. Dezember 2015 19:48

Mir ging es im Beitrag gerade um diese Abwägung. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit: Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ein Plan, den ich auch am Mittwochabend noch umsetzen kann, ist mir meistens mehr wert.

Mir ging es im Beitrag gerade um diese Abwägung. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit: Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ein Plan, den ich auch am Mittwochabend noch umsetzen kann, ist mir meistens mehr wert.
Daria Klein am Montag, 17. August 2015 09:06

Mir ist dabei ein ganz unspektakuläres Detail wichtig. Man merkt bei dem Beispiel „Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen“ ziemlich schnell, wo Theorie und Alltag auseinandergehen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ich habe das früher zu sehr nach dem Gefühl unmittelbar nach einer Einheit beurteilt. Das sieht auf dem Papier meist eindeutiger aus, als es sich im Alltag anfühlt. Ich würde den Effekt nicht nach einer einzigen Einheit beurteilen. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr.

Mir ist dabei ein ganz unspektakuläres Detail wichtig. Man merkt bei dem Beispiel „Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen“ ziemlich schnell, wo Theorie und Alltag auseinandergehen. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Ich habe das früher zu sehr nach dem Gefühl unmittelbar nach einer Einheit beurteilt. Das sieht auf dem Papier meist eindeutiger aus, als es sich im Alltag anfühlt. Ich würde den Effekt nicht nach einer einzigen Einheit beurteilen. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr.
Hannah Schuster am Montag, 17. August 2015 11:30

Das passt zu meiner Erfahrung, jedenfalls teilweise. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Nach mehreren Stunden zeigt sich schnell, ob ein Setup wirklich passt. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe. Ich musste erst lernen, die Form an einem einzelnen Tag nicht mit der langfristigen Entwicklung zu verwechseln. Es gibt durchaus Tage, an denen ein einfaches Vorgehen mehr bringt als eine weitere Optimierung. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten.

Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest? Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Ist das bei dir eher eine Frage des Trainings oder des Alltags? Hat sich das bei dir auch langfristig bewährt?

Das passt zu meiner Erfahrung, jedenfalls teilweise. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Nach mehreren Stunden zeigt sich schnell, ob ein Setup wirklich passt. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe. Ich musste erst lernen, die Form an einem einzelnen Tag nicht mit der langfristigen Entwicklung zu verwechseln. Es gibt durchaus Tage, an denen ein einfaches Vorgehen mehr bringt als eine weitere Optimierung. Die Erfahrung in unserer kleinen Gruppe war überraschend gemischt, obwohl wir ähnliche Pläne hatten.

Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest? Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Ist das bei dir eher eine Frage des Trainings oder des Alltags? Hat sich das bei dir auch langfristig bewährt?
Max H. am Mittwoch, 19. August 2015 09:52

Einverstanden, allerdings nur mit einer Einschränkung. Auf die Frage gibt es nach meiner Erfahrung keine Antwort, die bei allen passt. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen.

Einverstanden, allerdings nur mit einer Einschränkung. Auf die Frage gibt es nach meiner Erfahrung keine Antwort, die bei allen passt. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen.
Benedikt Klein am Montag, 17. August 2015 09:31

Das ist ein guter Einwand. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit.

Das ist ein guter Einwand. Zu deiner Frage: Ich würde zuerst die persönlichen Rahmenbedingungen anschauen. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit.
Trimarkus am Montag, 17. August 2015 09:53

Mir ging es im Beitrag gerade um diese Abwägung. Ich finde den Blick auf Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen hilfreicher als eine allgemeine Empfehlung. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Eine funktionierende Kleinigkeit ist für mich inzwischen mehr wert als fünf neue Vorsätze. Vor allem die Erholung danach wird in solchen Vergleichen oft vergessen. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr. Ich versuche mittlerweile, den Aufwand nicht als Beweis für den Nutzen zu nehmen. Ich würde den Effekt nicht nach einer einzigen Einheit beurteilen. Eine lange Pause und ein übervoller Kalender erfordern eben unterschiedliche Lösungen. Für eine vollständige Empfehlung fehlen mir ein paar Informationen zur Ausgangslage. Mir hilft es, das Ergebnis aufzuschreiben und ein paar Tage später noch einmal anzuschauen.

Bei diesem Thema ist die persönliche Ausgangslage aus meiner Sicht wichtiger als das schönste Schlagwort. Bei zwei Menschen kann dieselbe Änderung ganz verschiedene Folgen haben.

Mir ging es im Beitrag gerade um diese Abwägung. Ich finde den Blick auf Probefahrten mit unterschiedlichen Rahmen hilfreicher als eine allgemeine Empfehlung. Sitzposition und Alltagstauglichkeit zählen mehr als das schönste Datenblatt. Eine funktionierende Kleinigkeit ist für mich inzwischen mehr wert als fünf neue Vorsätze. Vor allem die Erholung danach wird in solchen Vergleichen oft vergessen. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr. Ich versuche mittlerweile, den Aufwand nicht als Beweis für den Nutzen zu nehmen. Ich würde den Effekt nicht nach einer einzigen Einheit beurteilen. Eine lange Pause und ein übervoller Kalender erfordern eben unterschiedliche Lösungen. Für eine vollständige Empfehlung fehlen mir ein paar Informationen zur Ausgangslage. Mir hilft es, das Ergebnis aufzuschreiben und ein paar Tage später noch einmal anzuschauen.

Bei diesem Thema ist die persönliche Ausgangslage aus meiner Sicht wichtiger als das schönste Schlagwort. Bei zwei Menschen kann dieselbe Änderung ganz verschiedene Folgen haben.
Martin Hartmann am Donnerstag, 27. August 2015 09:32

Dazu hätte ich tatsächlich eine Frage: dass Fragen zu „den Kontakt zum Sattel“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Wie viel Spielraum lässt du dir dabei bewusst?

Dazu hätte ich tatsächlich eine Frage: dass Fragen zu „den Kontakt zum Sattel“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Bei Gegenwind halte ich mich lieber an eine kontrollierbare Belastung als an eine Wunschgeschwindigkeit. Das Gefühl auf dem Rad sagt manchmal mehr als die schönste Auswertung. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Wie viel Spielraum lässt du dir dabei bewusst?
S. Schäfer am Samstag, 02. April 2016 12:57

Dafür gibt es meiner Meinung nach keine Universallösung. Die Rückfrage ist berechtigt; ich würde dabei vor allem die Umsetzbarkeit im Alltag beachten. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen.

Dafür gibt es meiner Meinung nach keine Universallösung. Die Rückfrage ist berechtigt; ich würde dabei vor allem die Umsetzbarkeit im Alltag beachten. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen.
Tina Wagner am Mittwoch, 01. Juli 2015 22:02

Was ich aus ähnlichen Situationen mitgenommen habe: warum ich beim Thema „die Abstimmung von Rad und Körper“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Für mich ist die Kombination aus persönlichem Eindruck und einem realistischen Plan am wichtigsten. Ist das bei dir eher eine Frage des Trainings oder des Alltags?

Was ich aus ähnlichen Situationen mitgenommen habe: warum ich beim Thema „die Abstimmung von Rad und Körper“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Schon kleine Änderungen der Sitzposition können sich auf langen Ausfahrten bemerkbar machen. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Ich würde das auch nicht auf alle übertragen wollen; selbst innerhalb einer Trainingsgruppe sind die Unterschiede groß. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Für mich ist die Kombination aus persönlichem Eindruck und einem realistischen Plan am wichtigsten. Ist das bei dir eher eine Frage des Trainings oder des Alltags?
Samira Wolf am Freitag, 28. August 2015 14:57

Für meinen Alltag zählt vor allem eins: dass Fragen zu „die Ruhe im Oberkörper“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Ganz ohne Struktur würde ich es trotzdem nicht angehen, sonst verschiebt sich das Thema immer auf morgen. Ich bin bei solchen Fragen vorsichtig mit endgültigen Antworten, weil Ausgangslage und Ziel ziemlich verschieden sein können. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont.

Für meinen Alltag zählt vor allem eins: dass Fragen zu „die Ruhe im Oberkörper“ nicht für alle gleich zu beantworten sind. Ich habe gelernt, nicht jeder neuen Ausrüstungslösung hinterherzulaufen. Ganz ohne Struktur würde ich es trotzdem nicht angehen, sonst verschiebt sich das Thema immer auf morgen. Ich bin bei solchen Fragen vorsichtig mit endgültigen Antworten, weil Ausgangslage und Ziel ziemlich verschieden sein können. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Der Unterschied zwischen ausprobieren und blind übernehmen wird in Diskussionen manchmal zu wenig betont.
Bereits registriert? Hier einloggen
Donnerstag, 15. Oktober 2026

Sicherheitscode (Captcha)

Druck- & PDF-VorschauArtikel mit Bildern und Layout aufbereitet
Im Druckdialog: Ziel „Als PDF speichern“ auswählen.

HALLO!

Dr. Markus Groß
Carl-Langhans-Str. 8
40789 Monheim

Quick Link

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

CookieHint and Consent by reDim GmbH (Öffnet in neuem Fenster)