Dr. Markus Groß
Carl-Langhans-Str. 8
40789 Monheim
Bisher habe ich mich ja immer geweigert an organisierten Läufen teilzunehmen. Nicht weil ich grundsätzlich etwas dagegen habe, sondern vielmehr, weil ich nicht bereit bin für eine - zumindest meistens - voll durchgesponserte Veranstaltung auch noch zu bezahlen, und das nicht zu knapp.
Der Organisator ist meist eine kommerzielle Organisation, das Laufshirt (sofern man eins bekommt) ist eine einfache Qualität und mit Sponsorenlogos bedruckt, der Start- und Zielbereich wird überall von Sponsoren Bannern gepflastert, bei den Startunterlagen liegen Werbebroschüren bei, im Zielbereich gibt es Erdinger alkoholfrei, Wasser der Stadtwerke und Bananen und Müsliriegel von REWE. Gerade bei größeren Veranstaltungen wirbt auch die jeweilige Stadt damit und somit sollten die Kosten für Genehmigungen und evtl. notwendige Sperrungen durch die Polizei (für die statt der Ehda-Kosten plötzlich eine Vollkostenrechnung gemacht wird) eher gegen Null laufen. Das Ganze ließe sich noch beliebig fortsetzen und trotzdem soll man als Startgebühr zwischen 20-50 Euro bezahlen, dafür dass man auf einer vorhandenen Strecke laufen darf...
OK, genug von meinen Vorurteilen gegen organisierte Läufe. Dennoch ist die große Vision eines Läufers vermutlich der Marathon. Als Projektleiter zerlegt man dies natürlich erfahrungsgemäß in operationelle und erreichbare Teilzeile, wie den 5er, den 10er und eben als ersten größeren Meilenstein, den Halbmarathon. Genau das habe ich auch getan, und nachdem der 5er und 10er keine größere Herausforderung mehr war, habe ich mir als Ziel den Post-Halbmarathon gesetzt. Weil allerdings die Zeit - nach meinem Verständnis - bis dahin zu kurz war, habe ich versucht dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen. Somit musste jeder anstehende Lauf weiter sein als der vorherige, ohne auf den Körper wirklich zu hören und die notwendigen Erholungspausen zu machen. Als Jugendlicher steckt man sowas vielleicht leichter weg, in meinem Fall hat sich der Körper gewehrt. Und nach einem Mal "falsch aufgetreten" war es dann passiert. Erst hat es nur etwas gezwickt und ich habe es ignoriert, was natürlich der nächste Fehler war. Und ehe ich mich versah, waren die Schmerzen auch beim normalen gehen so stark, dass der Weg zum Orthopäden nicht mehr vermeidbar war. Diagnose: "Ermüdungsbruch". Nachdem ich dann erst einmal bei Wikipedia recherchiert hatte, dass "bei Stressfrakturen [...] Brüche in normal stabilem Knochen durch repetitive, chronische Überlastung z. B. im Rahmen exzessiver sportlicher Betätigung auf(treten)", war erst einmal eine Trainingspause von rund drei Monaten angesagt, bis alles wieder vollständig in Ordnung war.
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Dr. Markus Groß
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Kommentare 23
Nach mehreren Anläufen sehe ich das inzwischen gelassener: warum ich beim Thema „die Rolle von Alltag und Stress“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. Wenn ich nur auf Motivation warten würde, käme ich deutlich seltener vor die Tür. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Es gibt durchaus Tage, an denen ein einfaches Vorgehen mehr bringt als eine weitere Optimierung. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag.
Wegen dieses Details habe ich nochmal genauer hingeschaut: ob man „den Blick auf die eigenen Zahlen“ wirklich so einfach beurteilen kann. Meine Uhr hilft mir bei Trends; über mein Befinden entscheidet sie nicht allein. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. Das heißt aber nicht, dass jede neue Idee automatisch ein Fortschritt sein muss. Bei mir hat es erst funktioniert, nachdem ich den Anspruch an das perfekte Ergebnis heruntergeschraubt hatte. Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz.
Was mich dabei interessiert, ist weniger eine starre Regel als die Begründung hinter der Entscheidung. Der Austausch mit anderen hat mir geholfen, meine eigene Sicht etwas weniger absolut zu nehmen. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten? Die Lösung, die ich zuerst am überzeugendsten fand, passte im Alltag erstaunlich schlecht. Mit dem Abstand einiger Monate würde ich dieselbe Situation wahrscheinlich etwas anders bewerten. Gerade die Momente, in denen es nicht nach Plan geht, verraten viel über die Qualität eines Vorgehens.Mir fehlt bei der Betrachtung noch ein kleiner Baustein. Den Einwand aus dem vorherigen Kommentar finde ich durchaus bedenkenswert. Wenn ich nur auf Motivation warten würde, käme ich deutlich seltener vor die Tür.
Was mir an dem Ansatz gefällt: ob man „den Blick auf die eigenen Zahlen“ wirklich so einfach beurteilen kann. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. In stressigen Wochen ist ein Spaziergang manchmal die vernünftigste Trainingseinheit.
Über genau diesen Punkt haben wir neulich diskutiert: wie sehr „die Frage nach realistischen Zielen“ eine Trainingsentscheidung beeinflussen kann. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert.
Das Beispiel passt gut zu dem, was ich mit dem Text anstoßen wollte. Die praktische Frage ist für mich eine Woche, in der gar nichts nach Plan ging. Eine Trainingspause löscht nicht den bisherigen Fortschritt. Es dauerte eine Weile, bis ich den Unterschied zwischen müde und überlastet ernst nahm.
Ich sehe es ein bisschen anders. Ich brauche manchmal bewusst Ziele, die überhaupt nichts mit Geschwindigkeit zu tun haben. Ohne die Ausgangslage zu kennen, würde ich mit einem konkreten Ratschlag eher zurückhaltend sein. Eine zusätzliche Kennzahl hilft manchmal; zu viele Zahlen können aber den Blick auf das Wesentliche verstellen. Ich bin bei solchen Fragen vorsichtig mit endgültigen Antworten, weil Ausgangslage und Ziel ziemlich verschieden sein können. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann.
Was ich aus ähnlichen Situationen mitgenommen habe: ob man „den Umgang mit Motivationstiefs“ wirklich so einfach beurteilen kann. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. In stressigen Wochen ist ein Spaziergang manchmal die vernünftigste Trainingseinheit. Die Grenze zwischen gesundem Ehrgeiz und unnötigem Druck ist für mich da ziemlich schmal. Wenn eine Methode nur unter perfekten Bedingungen funktioniert, hilft sie mir persönlich kaum. Ich bin eher ein Freund von belastbaren Erfahrungen als von großen Versprechen in einem einzelnen Satz. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann.
Auf dem Papier klingt vieles leicht; in der Woche mit Terminen sieht es dann anders aus: warum ich beim Thema „die Rolle von Alltag und Stress“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Wenn ich nur auf Motivation warten würde, käme ich deutlich seltener vor die Tür.
Die Frage habe ich mir auch gestellt. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. Ich brauche manchmal bewusst Ziele, die überhaupt nichts mit Geschwindigkeit zu tun haben. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?
Ich kenne diese Abwägung nur zu gut: warum ich beim Thema „die mentale Seite von Belastung“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Meine Uhr hilft mir bei Trends; über mein Befinden entscheidet sie nicht allein. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. Bei mir wurden die Ergebnisse stabiler, als ich mich auf wenige Stellschrauben gleichzeitig konzentriert habe. Ich bin bei solchen Fragen vorsichtig mit endgültigen Antworten, weil Ausgangslage und Ziel ziemlich verschieden sein können. In einer idealen Trainingswoche sieht vieles anders aus als zwischen Arbeit, Einkaufen und Familienkalender. Der Austausch mit anderen hat mir geholfen, meine eigene Sicht etwas weniger absolut zu nehmen.
Auf diese Konsequenz wollte ich hinaus. Mein erster Gedanke war eine Woche, in der gar nichts nach Plan ging. Eine Trainingspause löscht nicht den bisherigen Fortschritt. Eine einzelne gute Woche kann täuschen, deshalb schaue ich lieber auf mehrere Wochen.
Interessant, dass du genau diesen Aspekt aufgreifst. Beim Lesen dachte ich sofort an eine Woche, in der gar nichts nach Plan ging. Eine Trainingspause löscht nicht den bisherigen Fortschritt. Die einfachen Routinen halten bei mir länger als sehr detaillierte Vorgaben. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr. Was mich überzeugt, ist weniger die reine Theorie als der Versuch über mehrere normale Wochen. Ich versuche mittlerweile, den Aufwand nicht als Beweis für den Nutzen zu nehmen. Für eine vollständige Empfehlung fehlen mir ein paar Informationen zur Ausgangslage. Es macht eben einen Unterschied, ob man ausgeruht oder direkt nach einem vollen Arbeitstag startet. Das sieht auf dem Papier meist eindeutiger aus, als es sich im Alltag anfühlt. Die Frage nach dem Zeitbudget wird erstaunlich oft erst am Schluss gestellt.
Gerade für erwartungen reduzieren fehlt manchmal ein Vergleich über längere Zeit. So sieht man eher, was eine kleine Änderung wirklich bewirkt.Ich finde gut, dass hier auch die weniger glatten Seiten vorkommen: wie unterschiedlich Erfahrungen rund um „die Frage nach realistischen Zielen“ ausfallen. Meine Uhr hilft mir bei Trends; über mein Befinden entscheidet sie nicht allein. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert. Wichtig wäre mir, zwischen einem Gefühl im Moment und einem längerfristigen Muster zu unterscheiden. Am Ende zählt für mich, ob die Idee über mehrere Wochen trägt und nicht nur am ersten motivierten Montag. Was hat bei dir am meisten verändert?
Schön, dass du das ansprichst. In stressigen Wochen ist ein Spaziergang manchmal die vernünftigste Trainingseinheit. Ich brauche manchmal bewusst Ziele, die überhaupt nichts mit Geschwindigkeit zu tun haben. Ich bin bei solchen Fragen vorsichtig mit endgültigen Antworten, weil Ausgangslage und Ziel ziemlich verschieden sein können. Ich lese solche Erfahrungen besonders gern, wenn neben dem Ergebnis auch die schwierigen Phasen beschrieben werden. Wie würdest du den Einstieg möglichst unkompliziert gestalten?
Würde ich so nicht verallgemeinern. Auf die Frage gibt es nach meiner Erfahrung keine Antwort, die bei allen passt. Ein kleiner Standard ist für mich wertvoller als ein perfekter Plan, der nach einer Woche scheitert.
Was mir an dem Ansatz gefällt: warum ich beim Thema „den Blick auf die eigenen Zahlen“ inzwischen weniger dogmatisch bin. Wenn ich nur auf Motivation warten würde, käme ich deutlich seltener vor die Tür. Ich habe mit der Zeit gelernt, kleine Warnsignale früher wahrzunehmen, statt sie wegzudrücken. Weniger Druck hat bei mir nicht weniger Entwicklung bedeutet, sondern häufig genau das Gegenteil. Was sich bei mir bewährt hat, ist ein eher kleiner Schritt, den ich wirklich regelmäßig unterbringe. Oft hängt die Entscheidung davon ab, was man in den nächsten Wochen tatsächlich konsequent umsetzen kann. Was würdest du heute anders machen, wenn du nochmal anfangen würdest? Ich lese solche Erfahrungen besonders gern, wenn neben dem Ergebnis auch die schwierigen Phasen beschrieben werden.
Ich verstehe, was du meinst; meine Erfahrung ist etwas weniger eindeutig. Auch der Spaß an der Sache geht mir dabei manchmal verloren; das will ich nicht mehr. Eine Pause fühlt sich nicht immer produktiv an, kann aber die vernünftigere Entscheidung sein.
Du bringst die eigentliche Schwierigkeit ziemlich gut auf den Punkt. Wer eine Woche, in der gar nichts nach Plan ging kennt, sieht vermutlich auch die Grenzen der einfachen Antwort. Eine Trainingspause löscht nicht den bisherigen Fortschritt. Eine funktionierende Kleinigkeit ist für mich inzwischen mehr wert als fünf neue Vorsätze.
Gute Erinnerung daran, nicht nur das Ergebnis anzuschauen. Ich würde hier nicht zuerst die perfekte Variante suchen. Eine Trainingspause löscht nicht den bisherigen Fortschritt. Wenn die Rahmenbedingungen nicht passen, bringt die schönste Theorie wenig.