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Die Generalprobe - LAGO Beach Triathlon Zülpich Die Generalprobe - LAGO Beach Triathlon Zülpich

Die Generalprobe - LAGO Beach Triathlon Zülpich

Da ich letztes Mal 2015 als Helfer die Radstrecke abgesichert hatte, habe ich für dieses Jahr einen Freistart bekommen und musste somit auf jeden Fall als Athlet teilnehmen. Die Vorzeichen waren gar nicht günstig. Etwa vier Tage vor dem Wettkampftag wurde der Zülpicher Badesee, in dem der Schwimmteil stattfinden sollte, wegen Verdacht auf eine Blaualgenbelastung gesperrt. Beinah wäre aus dem Triathlon ein Bike&Run oder Duathlon geworden, allerdings gab es auch schon zwei Tage später wieder Entwarnung, dass doch alles nicht so schlimm war wie zunächst befürchtet.

Die Tage zuvor war eigentlich noch ganz schönes Wetter, zumindest war es überwiegend trocken, aber ausgerechnet am Raceday mussten Wolken aufziehen und es war – zumindest leichter – Regen angekündigt. Die Ankündigung hat sich dann auch ziemlich schnell bewahrheitet und ziemlich windig war es am Sonntag auch. Daher hatte ich mir vorsorglich ein langärmliges Radtrikot mitgenommen, worauf ich vielleicht doch besser verzichtet hätte (dazu später mehr). Im ziemlichen Wind ging es erst einmal an das Einrichten der eigenen Wechselzone. Diese waren sehr großzügig und praktischerweise einzeln nummeriert, so dass man nicht lange suchen musste. Ich hatte die Startnummer 12, da Helfer von 2015 ja quasi schon ein Jahr im Voraus angemeldet waren, und kam mir daher fast schon wie ein VIP oder Profi vor. Nach der Einrichtung ging es erst einmal zur Wettkampfbesprechung und das eigentlich nur um das für die meisten Triathleten wichtige „Neo ja oder nein“ zu erfahren. Der Orgaleiter hat dann jede Menge Geschichten rund um die neuen Sponsoren und geänderte Radstrecke erzählt und die Frage die allen unter den Nägel brannte gar nicht beantwortet. Es wurde langsam schon für den Start eng und dann auf die Frage „ob es noch Fragen gäbe“ wurde aus dem Auditorium die Frage „Neo?“ von allen Seiten gerufen. „Das würde doch schon seit Stunden an der Information (keine Ahnung wo die sein sollte) stehen... JA!“. Daraufhin stürmten alle zur Wechselzone, um sich in den Neoprenanzug zu schälen und dann schnell ab Richtung See.

Das wäre so schnell gar nicht nötig gewesen, da wohl ein Auto auf der gesperrten Radstrecke stand, das zunächst einmal entfernt werden musste. Ich war eh im Startblock zwei und konnte mich so erst einmal ein wenig einschwimmen, als die Frauen schon einmal in einer Gruppe zum Schwimmen geschickt wurden. 15 Minuten später wäre der Startblock Männer1 und nochmal 15 Minuten mein Startblock dran gewesen. Auch ohne die Zeit zu stoppen hatte ich mich schon sehr gewundert, weshalb die Frauen so lange gebraucht hatten, da der Startschuss für unsere Gruppe kurz bevor stand und noch nicht einmal die erste Frau aus dem Wasser war. Den Grund habe ich auch erst später erfahren, da offenbar die zweite Boje der 750m Schwimmstrecke abgetrieben ist und das wohl keiner wirklich bemerkt hatte. Somit war die Schwimmstrecke der Frauen (und vermutlich auch der Männer1) deutlich länger als geplant. Gerüchteweise irgendwas zwischen 1000 und 1600 Meter, wobei ich nicht weiß, wo diese Angaben herkommen, oder ob die Differenz evtl. aus der vorwegtreibenden Boje resultieret. Unser Startblock hat dann die Anweisung vom Race Offical bekomme als zweite Boje, die fest verankerte rote Boje zu nehmen. Wie lang damit unsere Schwimmstrecke am Ende war, weiß offenbar bis heute keiner. Ich schätze mal, dass es den 750m entsprach, da ich aber etwas Probleme bei der Orientierung zu den beiden Bojen hatte, bin ich sicher auch was mehr geschwommen. So raus aus dem Wasser und ab Richtung Wechselzone. Der erste ungeplante Stopp kam, weil ich meine Badekappe und Brille auf dem Weg dorthin verloren hatte. Das mit dem locker im Arm des Neos stecken lassen, musste ich also noch einmal üben. Netterweise hat mir ein andere Athlet etwas von hinten zugerufen (und ich habe mich auch angesprochen gefühlt) und die Brille aufgehoben und mir entgegengereicht. Jetzt heißt es nur schnell raus aus dem Gummianzug und schnell auf die Radstrecke.

Da der Regen ausgerechnet noch stärker geworden war, wollte ich dann doch die Regenjacke anziehen und habe da gleich die Lektion gelernt, dass man alles was man in der Wechselzone anziehen will/muss besser dort offen hingelegt wird. Als musste ich erst einmal mit feuchten und klammen Fingern den kleinen Reißverschluss an der Jacke öffnen. Clevererweise habe ich mich dann auch noch für eine Jacke entschieden, bei der man die Arme auch noch mit Reißverschluss abtrennen konnte, um diese als Weste zu benutzen. Natürlich habe ich in der Hektik erst am linken Arm versucht die Jacke zu öffnen und mich gewundert, weshalb die nicht wirklich aufgeht, um diese dann wieder zu schließen und das Spiel an der rechten Seite zu wiederholen. Gefühlt habe ich fünf Minuten mit der Jacke verbracht und diese dann genervt und ungeöffnet in die Wechselbox zu schmeißen und ohne Jacke loszufahren. Wenigstens ging dann die Radstrecke mit einigen Höhenmetern relativ problemlos und ohne technische Probleme und ich habe jede Menge Leute, die wegen meiner „Jackenpanne“ vor mir auf die Radstrecke gekommen waren, wieder überholt.

Der nächste Stolperstein sollte aber dann in der Wechselzone auf dem Weg zum Laufen kommen. Ich war schon voll auf die Abläufe (Rad abstellen, Helm absetzten, Radschuhe aus...) konzentriert, als ein Race Offial auf mich zugestürmt kam und mich relativ fordernd mit „die Linie ist nicht ohne Grund da“ anschrie. Ich wusste zunächst gar nicht was los war und wollte schon gereizt etwas zurückrufen, aber konnte mich dann doch noch bremsen und habe so evtl. eine Zeitstrafe oder schlimmeres verhindert. Angeblich hätte ich die Mountline überfahren, was ja verboten ist. In der Hektik kann ich das natürlich nicht mehr rekonstruieren und mich wundert es, dass der Wettkampfrichter der direkt neben der Linie stand, nichts gesagt hat. Der Wettkampfrichter in der Wechselzone war deutlich davon entfernt, aber „mea culpa, mea maxima culpa“ und ich konnte mich zum Laufen umziehen.

Das Laufen ging dann wirklich gut und ich habe einen um den anderen Läufer überholt und bin mit einem sehr guten Gefühl und einem trotz der vielen Stolpersteine guten Ergebnis im Ziel angekommen. Gesamtplatz 33 und Altersklasseplatz 8 finde ich mal gar nicht so schlecht. Generalprobe geglückt und die Fehler die da passieren, sollen ja in der Premiere nicht mehr auftreten.

750m Schwimmen (00:18:16) - 22km Rad - (00:49:45) - 5km Laufen (00:22:45)


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Samstag, 06. Juni 2020

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