Was sind die Cologne Triathlon Rookies? Bereits seit dem Jahr 2010 gibt es das Projekt, bei dem Triathlon-Neulingen und Interessierten die Möglichkeit gegeben wird, sich mit strukturiertem und fundiertem Training, kompetenten Trainern und viel Spaß auf den (ersten) persönlichen Triathlon in Köln vorzubereiten. Gemeinsam mit anderen "Neu-Triathleten" soll man die verschiedenen Facetten des Vielseitigkeitssports Triathlon gemeinsam und umfassend erlernen. Das Angebot des etwa vier monatigen Kurses reicht von den Grundlagen der drei Disziplinen bis hin zu praktischen Tipps für den Wettkampf und der vielen weiteren Aspekte des Ausdauersports (Ernährungstipps, Koppeltraining, Materialauswahl, Radreparaturkurs ;o) etc.).
Ich könnte ja jetzt ein wenig Klugscheißern, dass der Begriff Projekt hier jetzt falsch gewählt wurde. Einem Projekt ist die Einmaligkeit eigen und wenn die Organisatoren dies nun bereits zum siebten Mal durchführen, ist diese Einmaligkeit nicht mehr gegeben. Aber da es ja für jeden der Teilnehmer einmalig ist, sollte ich mich daran nicht weitere stören. Die Betreuung der Anfänger wird in dem Kurs durch die erfahrenen Trainer Henning Richter (KölnTriathlon e.V., C-Trainer Triathlon NRWTV), Clemens Sandscheper (Trainer TV Rodenkirchen und Inhaber, cms coaching), Jochen Lerch (Übungsleiter C, KölnTriathlon e.V.) sowie dem Kölner Triathlon-Profi Johann Ackermann (Mach3 e.V.) und weitere Co-Trainer sichergestellt.
Eigentlich hatte ich dieses Seminar schon im letzten Jahr für mich entdeckt, allerdings lief es da schon gut einen Monat und ein Einstieg wäre vermutlich nicht mehr sinnvoll möglich gewesen. Dieses Jahr starten die Cologne Triathlon Rookies Anfang Mai und läuft bis die Ziellinie beim Cologne Triathlon Weekend vom 2. bis 4. September 2016 überschritten wurde (entweder auf der Smart- [0,7 – 26 – 7 km] oder der Olympic- [1,5 – 40 – 10 km] Distanz).
Genauso einen Einstig in den Triathlonsport hatte ich mir eigentlich auch von einem der Bonner Triathlon Vereine (SSF Bonn und PSV Bonn) gewünscht. Diese hätten es eigentlich ziemlich einfach eine Gruppe von Anfängern mit einem ergänzenden Rahmenprogramm in die eh angebotenen Trainingsgruppen zu integrieren. Aber meine Anfragen und Bemühungen vor über einem Jahr an die Vereine sind frucht- bzw. antwortlos geblieben und daher habe mich dem Motto „Keine Einstiegshürden! Niemand muss Angst haben, "zu langsam" zu sein. Das Ziel ist das Ziel!“ für 2016 den Cologne Rookies angeschlossen.
Der regelmäßige Trainingsplan umfasst logischerweise drei Trainingseinheiten pro Woche mit Schwimmen, Laufen und Radfahren. Dazu gibt es noch komplementäre Einheiten mit Koppeltraining, einem Radpflege/-reparatur Kurs, Faszien Training und Probetriathlons. Außerdem noch spezielle und vergünstige Angebote für das Bikefitting, Laktat-Feldstufentest und ergänzende Schwimmseminare. Danach sollte man eigentlich fit für einen größeren Triathlon sein und mein Ziel ist die olympische Distanz in Köln, wenn die Fitness mitspielt.
Vom Einzelkämpfer zum Triathlon-Rookie
Beim Gedanken an Triathlon sieht man oft die Einzelperson, die morgens früh allein ins Wasser springt, danach Kilometer auf dem Rad sammelt und schließlich noch laufen geht. Die Cologne Triathlon Rookies zeigen eine andere Seite. Man muss den Einstieg nicht komplett im Alleingang organisieren. Eine Gruppe gibt Struktur, macht den Sport zugänglicher und liefert gerade Anfängern etwas, das man nicht im Fachgeschäft kaufen kann: Erfahrungen aus zweiter Hand, bevor der eigene Fehler teuer wird.
Ich habe beim Wechsel vom Laufen zum Triathlon ziemlich schnell gemerkt, dass die sportliche Herausforderung nur ein Teil der Geschichte ist. Die organisatorischen Fragen wachsen beinahe schneller als der Trainingsumfang. Welcher Schwimmkurs passt? Brauche ich jetzt schon ein spezielles Rad? Wie funktioniert der erste Wechsel? Allein kann man das selbstverständlich herausfinden. Gemeinsam geht es oft entspannter und mit deutlich weniger unnötigen Umwegen.
Die drei Disziplinen haben unterschiedliche Lernkurven
{tmamazon asin="3936973997" label="Schwimmen für alle" title="Schwimmen für alle: Das Geheimnis einer effizienten Schwimmtechnik: Kraul - Brust - Rücken - Schmetterling: Jeder kann richtig gut schwimmen lernen" shorttext="Im gemeinsamen Training lassen sich Fragen zur eigenen Schwimmbewegung besonders gut aufgreifen. Wasserlage, Atmung und Bewegungsablauf stehen im Mittelpunkt. Die Lektüre ergänzt praktische Übungen im Becken und eine Rückmeldung zur eigenen Ausführung." text="Im gemeinsamen Training lassen sich Fragen zur eigenen Schwimmbewegung besonders gut aufgreifen. Schwimmen für alle widmet sich Wasserlage, Atmung und einer effizienten Schwimmtechnik. Das Buch ergänzt das Lernen im Becken, wenn du Bewegungsabläufe besser verstehen und eine konkrete Frage für die nächste Übung formulieren möchtest. Hilfreich ist der Wechsel zwischen Nachlesen, bewusstem Ausprobieren und einer Rückmeldung von außen zur tatsächlich ausgeführten Bewegung." longtext="Im gemeinsamen Training lassen sich Fragen zur eigenen Schwimmbewegung besonders gut aufgreifen.||Schwimmen für alle widmet sich Wasserlage, Atmung und einer effizienten Schwimmtechnik. Das Buch ergänzt das Lernen im Becken, wenn du Bewegungsabläufe besser verstehen und eine konkrete Frage für die nächste Übung formulieren möchtest. Hilfreich ist der Wechsel zwischen Nachlesen, bewusstem Ausprobieren und einer Rückmeldung von außen zur tatsächlich ausgeführten Bewegung.||Für die nächste Einheit ist eine einzige beobachtbare Aufgabe oft hilfreicher als eine lange Übungsliste. Trainerfeedback kann zeigen, wie gut Bewegungsgefühl und tatsächliche Ausführung übereinstimmen." image="https://m.media-amazon.com/images/I/81wu9azwGIL._SL1500_.jpg" layout="mini" align="right" button="amazon" features="0" price="0" rating="0"}
Beim Laufen fühlen sich Fortschritte häufig unmittelbar an. Eine Strecke, die vorher schwerfiel, wird leichter. Beim Radfahren verändert schon die Sitzposition viel, und ein längerer Ausflug kann mit etwas Geduld gut machbar sein. Das Schwimmen ist für viele Neueinsteiger schwieriger. Mehr Kraft führt nicht automatisch zu mehr Tempo. Wasserlage, Atmung, Armzug und Koordination bestimmen, ob man sich effizient bewegt oder vor allem viel Wasser bewegt. Gerade deshalb ist eine Anleitung von außen so wertvoll.
In der Gruppe wird die Unterschiedlichkeit sichtbarer. Der eine schwimmt mühelos, braucht aber beim Laufen Geduld. Eine andere kommt aus dem Radsport und kämpft vor allem mit dem Freiwasser. Diese Unterschiede müssen kein Problem sein. Sie zeigen, dass es nicht den einen typischen Anfänger gibt. Ein sinnvolles Trainingsangebot berücksichtigt das, statt alle in denselben Tempobereich zu pressen. Ich finde es angenehm, wenn Fortschritt am eigenen Ausgangspunkt gemessen wird und nicht daran, wer am Wochenende die meisten Kilometer vorweisen kann.
Warum gemeinsames Training allein nicht genügt
So gut Gruppentermine motivieren, sie können die notwendige Eigenverantwortung nicht ersetzen. Wenn eine Einheit für mich gerade zu intensiv ist, muss ich das sagen können. Wenn ich krank bin, ist der Platz in der Gruppe kein Grund, mich über die Belastungsgrenze hinwegzuschieben. Auch ein guter Trainer kann nicht alle Müdigkeitssignale und alle beruflichen Belastungen gleichzeitig sehen. Die eigene Rückmeldung gehört zum Trainingsprozess.
Ein sinnvoller Einstieg braucht außerdem Pausen. Manchmal hat man nach dem gemeinsamen Schwimmen Lust, am nächsten Tag noch eine lange Radtour anzuhängen und abends vorsichtshalber laufen zu gehen. Das fühlt sich produktiv an, kann aber schnell zu viel werden. Das Herz-Kreislauf-System gewöhnt sich an neue Umfänge oft anders als Muskeln, Sehnen und Bänder. Eine Gruppe sollte deshalb nicht nur zum Mehrmachen motivieren, sondern auch zum richtigen Weglassen.
Das Material ist nicht der Mittelpunkt
Wenn mehrere Anfänger zusammenkommen, wird natürlich über Räder, Helme, Neoprenanzüge und Laufuhren gesprochen. Das gehört zum Spaß am Sport. Die Diskussion kann aber auch vermitteln, man müsse erst ein komplettes Profi-Set besitzen, bevor man an einer Startlinie stehen dürfe. Für den ersten Wettkampf reicht in vielen Fällen eine deutlich schlichtere Ausstattung. Entscheidend ist, dass alles funktioniert, sicher ist und zum jeweiligen Reglement passt.
Ich würde das vorhandene Material zunächst gezielt ausprobieren: Fühle ich mich auf dem Rad wohl? Sitzt der Helm? Kann ich mit den Schuhen vernünftig laufen, auch wenn die Beine noch vom Radfahren schwer sind? Beim Neo zählt, dass er nicht drückt, ausreichend Beweglichkeit zulässt und ich mich darin sicher fühle. Vor dem Kauf neuer Dinge hilft mir die Frage, welches konkrete Problem die Anschaffung löst. „Die anderen haben das auch“ ist dafür eine ziemlich schwache Begründung.
Der erste gemeinsame Start verändert die Perspektive
Plötzlich hat das Training ein Datum, einen Ort und eine Startnummer. Das macht die Vorbereitung greifbarer, aber auch aufregender. Besonders gut finde ich, dass man die Nervosität in einer Rookie-Gruppe nicht verstecken muss. Wahrscheinlich fragt sich nicht nur einer, ob er den Weg durch die Wechselzone finden wird. Solche Gespräche entlasten. Man merkt, dass selbst kleine Unsicherheiten nicht bedeuten, schlecht vorbereitet zu sein.
Anders als bei einer reinen Laufveranstaltung muss der erste Triathlon organisatorisch sorgfältiger vorbereitet werden. Die Wege zwischen den Disziplinen, die Startunterlagen und die Reihenfolge am Fahrrad können entscheidend sein. Einmal gemeinsam über den Veranstaltungsgeländeplan gehen, Wechsel üben und die Regeln besprechen ist eine sehr gute Investition. Ich möchte am Startschuss nicht darüber grübeln, ob mein Rad noch an der richtigen Stange hängt.
Was mich an den Rookies langfristig interessiert
Ein gelungenes Einsteigerprogramm sollte nicht nur Menschen zu einem bestimmten Wettkampf bringen, sondern ihnen zeigen, wie sie danach sinnvoll weitermachen können. Es ist wenig gewonnen, wenn alle am Veranstaltungstag glücklich sind, aber anschließend niemand weiß, wie ein verträglicher Trainingsalltag aussieht. Die beste Wirkung wäre für mich, wenn aus einmaligen Teilnehmern Menschen werden, die dauerhaft Freude an Bewegung und Gemeinschaft finden.
Das bedeutet nicht, dass jeder die nächste Distanz anstreben muss. Man kann bei der kurzen Distanz bleiben, die Technik verbessern, im Verein trainieren oder einfach gern mit anderen schwimmen und Rad fahren. Die Ziele dürfen unterschiedlich sein. Für mich macht gerade diese Offenheit eine gute Anfängergruppe aus. Sie nimmt den Einsteigern den Druck, sich sofort eine Sportleridentität mit festem Leistungspensum zulegen zu müssen.
Meine wichtigsten Lehren für einen Neustart
Ich würde heute zuerst nach einer verlässlichen Ansprechperson und einem passenden Training suchen, nicht nach dem teuersten Rad. Dann würde ich die Schwimmtechnik ernst nehmen, kurze Wechsel üben und den Wettkampfkalender nicht zu voll packen. Eine kleine, überschaubare Herausforderung reicht für den Anfang völlig. Wenn sie Spaß macht, ergeben sich neue Ziele von selbst. Wenn sie schwieriger wird als erhofft, ist das kein Zeichen von Scheitern, sondern eine Gelegenheit, mit Unterstützung etwas zu lernen.
Die Cologne Triathlon Rookies sind für mich damit mehr als eine Überschrift über einer Veranstaltungsserie. Sie stehen für einen Einstieg, bei dem man Fragen stellen, Fehler machen und trotzdem vorankommen darf. Genau diese Kombination hätte ich beim Wechsel vom gewohnten Laufen zum Sport mit drei Disziplinen nicht missen wollen.
Der beste Teil am Rookie-Projekt lässt sich nicht kaufen
Beim Einstieg in den Triathlon redet man auffallend häufig über Ausrüstung, Trainingsumfang und die passende Wettkampfdistanz. Das sind alles legitime Themen. Der vielleicht größte Vorteil einer Gruppe liegt aber an einer ganz anderen Stelle: Man muss nicht jede Anfängerfrage mit sich selbst ausmachen. Was ziehe ich beim ersten Wechsel an? Wie funktioniert das Schwimmen im Pulk? Und warum klingt eine ganz normale Radausfahrt plötzlich kompliziert, sobald dahinter noch fünf Kilometer Laufen stehen? Solche Fragen sind allein am Schreibtisch schwerer zu beantworten als in einer Runde mit Menschen, die genau dieselbe Unsicherheit kennen.
Die Cologne Triathlon Rookies bieten dafür einen strukturierten Rahmen. Ich würde ihren Wert nicht daran messen, ob am Ende alle Teilnehmer eine besonders schnelle Zeit erreichen. Interessanter ist, ob sie sich an einen ersten Wettkampf heranwagen, ohne davor von der Menge der Einzelheiten erschlagen zu werden. Eine kompetente Rückmeldung im Schwimmtraining, das gemeinsame Ausprobieren eines Wechsels oder einfach jemand, der sagt, dass die erste Freiwassereinheit für viele ungewohnt ist: Das kann die Vorbereitung deutlich entspannen.
Gemeinschaft ersetzt keine Eigenverantwortung
So angenehm ein vorbereitetes Programm ist, niemand kann die Entscheidung über die eigene Belastung vollständig abgeben. Menschen starten mit unterschiedlicher sportlicher Erfahrung, unterschiedlichen gesundheitlichen Voraussetzungen und ganz verschiedenen Zeitbudgets. Ein gemeinsamer Termin bedeutet deshalb nicht, dass jeder dieselbe Intensität braucht. Gerade Anfänger profitieren von einer Umgebung, in der es ausdrücklich erlaubt ist, Übungen anzupassen und Fragen zu stellen. Ein guter Trainer erklärt nicht nur, was zu tun ist, sondern auch, woran man die Grenzen der Aufgabe erkennt.
Mir gefällt an solchen Einstiegsprojekten, dass sie den Sport entmystifizieren können. Triathlon ist keine geheime Kunst, für die man von Anfang an alles besitzen und alles beherrschen muss. Man lernt drei Disziplinen, ihre Übergänge und den Umgang mit einer Veranstaltung. Das braucht Zeit, aber keinen Mythos von besonders unerschrockenen Menschen. Wer danach weitertrainieren möchte, hat einen Ausgangspunkt. Wer feststellt, dass ihm vor allem das Schwimmen oder Radfahren Spaß macht, hat ebenso etwas gewonnen.
Ein erster Start verändert die Perspektive
Die Vorbereitung auf einen Wettkampf besteht aus vielen kleinen Entscheidungen, die vorher leicht übersehen werden. Wann hole ich die Startunterlagen ab? Wie viel Zeit brauche ich vor Ort? Was liegt in der Wechselzone griffbereit? Auf welche Weise beruhige ich mich, wenn um mich herum alle einen erstaunlich routinierten Eindruck machen? In einer Gruppe lassen sich solche Situationen besprechen und teilweise sogar üben. Beim eigentlichen Start muss man dann nicht jede Kleinigkeit zum ersten Mal erleben.
Vielleicht liegt genau darin die Idee der Rookies: nicht möglichst schnell aus einem Neuling einen Experten zu machen, sondern aus anfänglicher Unsicherheit handlungsfähige Erfahrung. Die Geschwindigkeit auf der Ergebnisliste ist nur eine Seite. Die andere ist das gute Gefühl, eine zunächst fremde Sportart so weit verstanden zu haben, dass man sie mit Freude selbst ausprobieren kann. Für einen Hobbysportler ist das schon ziemlich viel.